Wo einst die Hauptburg stand, wird jetzt geritten
Die Untere Denkmalbehörde hat anlässlich des Tags des Offenen Denkmals Fakten über Gut Groß-Winkelhausen zusammengetragen.
Westlich des Angerbaches steht in der Landschaft zwischen Wittlaer, Angermund und Kaiserswerth der alte Rittersitz
Groß Winkelhausen. Die Hofanlage wird an der Nordseite von einem alten, stark bewachsenen Graben begrenzt.
Der südöstliche Grabenbereich ist bei der Hofzufahrt erhöht und aufgestaut worden, im weiteren Verlauf in seinem
ursprünglichen Zustand belassen. An den anderen Seiten der Hofanlage markieren Senken ehemalige Grabensituationen.
Die Zufahrt zum Hof erfolgt von Osten über eine Brücke. Neben dem Torbau von 1668 stehen angrenzend alte Fachwerkbauten.
Das Urkataster von 1804 gibt einen Hinweis auf eine zweiteilige Anlage. Neben den Wirtschaftsgebäuden der Vorburg ist
an der Nordseite ein Grabenrest eingezeichnet, der die Hauptburg abgrenzte. Dieser Grabenbereich ist verfüllt.
Das Rheinische Amt für Bodendenkmalpflege nimmt die Hauptburg etwa dort an, wo sich jetzt die große Reithalle befindet.
Die heutigen baulichen Anlagen lassen sich bis ins 17. Jahrhundert zurückverfolgen. Der Siedlungsplatz ist allerdings
deutlich älter. 1271 wird ein Johann de Zeppenheim als Herr zu Winkelhausen und 1456 Ritter Hermann von Winkelhausen
urkundlich genannt.
Im Laufe der Zeit wurde die Hofanlage durch Brände beschädigt. Die letzten großen Brandunglücke in den Jahren 1906 und
1908 erforderten den Neubau der Wirtschaftsgebäude.