Im Rittersitz hausen heute Hobby-Reiter
Der Sonnenhof zieht alle an – Gut Groß-Winkelhausen ist mehr als 700 Jahre alt
Von HARALD JESCHKE
„Wir sind nun schon in der dritten Generation hier, fühlen uns pudelwohl."
Wenn man Ursula Sonnen vor „ihrem" Gut Groß-Winkelhausen gegenübersteht, zweifelt man nicht an dieser Aussage.
Das von den Nachbarn in „Sonnenhof" umgetaufte Anwesen ist ein ehemaliges Rittergut, steht unter Denkmalschutz.
Schon im 13. Jahrhundert wurde der herrschaftliche Sitz erwähnt, ist heute im Besitz des Grafen von Hatzfeld,
der seinen Stammsitz in Wissen an der Sieg hat.
Wer von Duisburg aus auf der Stadtautobahn in Richtung Süden fährt, hat an der Einmündung der A59 in die B288 direkten
Blick auf die malerisch an Hügel geschmiegte Gebäude. Idyllisch die Lage des alten Rittergutes, in Sichtweite der B288
und der Stadtautobahn, deren Verlängerung die Zukunft der Güter Groß- und Klein-Winkelhausen entscheidend beeinflussen kann.
Der Bau der neuen B8 soll unmittelbar durch das Gelände der Güter führen.
Die Lage der beiden Güter am Winkel der Anger sorgte für den Namen Winkelhausen. Von der B8 kommend,
schlängelt sich der Verloher Kirchweg bis zur Hubertus-Kapelle vor der Toreinfahrt zu Groß-Winkelhausen.
„Die Kapelle wird auch heute noch zu Trauungen und Taufen genutzt", weiß Agrar-Ingenieurin Ursula Sonnen.
Die Adligen hatten die Kapelle dem Heiligen Hubertus gewidmet, trafen sich hier vor der Jagd zum Gebet mit Förstern und
Treibern.
Der Eingang zum Herrenhaus führt durch einen Torbogen, der im Jahre 1668 entstand und das gräfliche Wappen trägt.
Wassergräben umgeben den Rittersitz. „Unter den Weiden wurden einige Keller entdeckt, deren Bedeutung heute niemand mehr
kennt", so die Hof-Pächterin.
Im Jahre 1271 wird erstmals ein Johann de Zeppenheim als Herr von Winkelhausen genannt.
Das Siegel der Winkelhauser Herren ist ein Teerfackel-Eisen. Zu Burg und Hof von Winkelhausen gehörten ausgedehnte
Acker- und Weideflächen in Rahm und Großenbaum, die Öl- und Sandmühle sowie einige Höfe der Honschaften Huckingen und Serm.
Rund 100 Hektar Ackerland werden heute von Familie Sonnen bewirtschaftet.
Zum Gut gehören ein Wohntrakt, Stallungen, Scheune, zwei Außenvierecke, ein Springpferdeplatz und Weiden.
Der Duisburg-Wittlaerer Reiterverein hat hier seine Heimat. „Da kommen immer einige ehemalige Mannesmann-Beschäftigte,
die ihr Rentner-Dasein heute mit der Pferdepflege verbringen. Sie sind sehr engagiert", erzählt Ursula Sonnen.